Integrierte Plattformen für Stadtwerke: Der Weg zu einer beherrschbaren IT-Landschaft

IT-Strategie
Plattformen & Integration

Regulatorik, Ressourcenmangel und steigende Komplexität stellen Stadtwerke vor neue Herausforderungen. Immer häufiger rückt dabei die Frage in den Mittelpunkt, wie sich gewachsene IT-Landschaften langfristig beherrschbar gestalten lassen. Integrierte Plattformmodelle gelten dabei für viele Versorger als eine mögliche Antwort.

Steigender Druck auf Stadtwerke

Die Herausforderungen im Überblick

Stadtwerke stehen unter Druck: Regulatorische Anforderungen, steigende Kundenerwartungen, Digitalisierung und Fachkräftemangel erfordern neue Ansätze für Prozesse, Kundenservice und IT. Gleichzeitig stoßen gewachsene Systemlandschaften zunehmend an ihre Grenzen. 

Noch nie war der Bedarf an standardisierten und skalierbaren Lösungen so groß. Stadtwerke und Energieversorger müssen heute unter steigendem Regulierungs-, Kosten- und Wettbewerbsdruck eine Vielzahl neuer Anforderungen bewältigen: zunehmende Komplexität, gesetzliche Vorgaben und Informationspflichten, die Digitalisierung von Prozessen, die Integration neuer Technologien sowie die Sicherstellung eines wirtschaftlichen Betriebs. 

Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Einführung neuer Anwendungen oder die Modernisierung einzelner Systeme. Viele Energieversorger stehen vor der Herausforderung, immer komplexere IT-Landschaften mit einer wachsenden Zahl spezialisierter Systeme, Services und Schnittstellen wirtschaftlich zu betreiben und weiterzuentwickeln. 

Für viele Geschäftsführer:innen und IT-Leiter:innen stellt sich deshalb zunehmend die Frage, wie ihre Organisation langfristig handlungsfähig und innovationsfähig bleiben kann. Die Antwort liegt dabei häufig nicht mehr in der Optimierung einzelner Anwendungen, sondern in einer grundsätzlichen Betrachtung der gesamten IT-Architektur.

Von der Optimierung einzelner Systeme zur integrierten Plattform

In vielen Stadtwerken sind die IT-Landschaften über Jahre hinweg schrittweise gewachsen. Für neue Anforderungen wurden zusätzliche Anwendungen eingeführt, bestehende Systeme durch Schnittstellen verbunden und einzelne Prozesse gezielt optimiert. Dieser Ansatz hat lange funktioniert, führt heute jedoch häufig zu komplexen Strukturen mit hohem Betriebs-, Integrations- und Pflegeaufwand. 

Die Folge sind zunehmend spezialisierte Anwendungslandschaften, in denen energiewirtschaftliche Prozesse, Kundenlösungen, Marktkommunikation, ERP-Funktionen und weitere Services eng miteinander verzahnt sind. Jede regulatorische Anpassung, jede Prozessänderung und jede Innovation wirkt sich dadurch auf mehrere Systeme gleichzeitig aus. 

Die Herausforderung vieler Energieversorger liegt daher nicht mehr allein in der Modernisierung einzelner Anwendungen. Entscheidend wird vielmehr die Frage, wie sich Prozesse, Daten und Services übergreifend integrieren und langfristig beherrschbar gestalten lassen. 

Besonders relevant ist dabei, dass viele aktuelle Anforderungen nicht innerhalb eines einzelnen Systems entstehen, sondern an deren Schnittstellen. Digitale Kundenservices, Automatisierung, regulatorische Veränderungen oder der Einsatz von Künstlicher Intelligenz erfordern konsistente Daten, durchgängige Prozesse und eine hohe Integrationsfähigkeit. 

Vor diesem Hintergrund gewinnen integrierte Plattformmodelle zunehmend an Bedeutung. Statt isolierter Einzellösungen werden energiewirtschaftliche Kernprozesse, ERP-Funktionen und digitale Services auf einer gemeinsamen technologischen Grundlage zusammengeführt. Ziel ist es, Komplexität zu reduzieren, Prozesse zu standardisieren und eine belastbare Basis für zukünftige Entwicklungen zu schaffen. 

Wie ein Plattformansatz in der Energiewirtschaft aussehen kann

Eine Plattformstrategie geht dabei weit über die Einführung eines einzelnen ERP-Systems hinaus. Vielmehr geht es darum, die unterschiedlichen Bausteine der energiewirtschaftlichen IT-Landschaft auf einer gemeinsamen technologischen Grundlage zusammenzuführen.

Energiewirtschaftliche Prozesse, Kundenservices, Marktkommunikation, ERP-Funktionen und digitale Anwendungen können so in einer integrierten Architektur zusammenwirken. Prozesse und Daten bleiben konsistent, während neue Anforderungen und Innovationen einfacher integriert werden können.

Zu den zentralen Anforderungen moderner Plattformarchitekturen zählen heute:

  • die Integration energiewirtschaftlicher Kernprozesse und ERP-Funktionen auf einer gemeinsamen Daten- und Prozessbasis,  
  • standardisierte Templates und Best-Practice-Prozesse zur Reduzierung von Komplexität,  
  • offene Integrationsmöglichkeiten für digitale Services und Partnerlösungen,  
  • eine skalierbare Cloud-Infrastruktur,  
  • die Unterstützung aller relevanten Marktrollen innerhalb einer konsistenten Systemlandschaft,  
  • sowie die Fähigkeit, neue Technologien wie Automatisierung und Künstliche Intelligenz effizient einzubinden. 

TENTAC: Ein integrierter Plattformansatz für Stadtwerke

Eine Antwort auf diese Anforderungen bietet TENTAC, die erste vollständig auf SAP-Cloud-Technologie basierende SaaS-Plattform der INTENSE AG für deutsche Stadtwerke. Als integrierte Plattform vereint TENTAC energiewirtschaftliche Kernprozesse, ERP-Funktionen und digitale Services auf einer gemeinsamen technologischen Grundlage. Durch die zentrale Nutzung von SAP for Utilities und die Umsetzung der RISE-with-SAP-Strategie entsteht eine Architektur, die speziell auf die Anforderungen kommunaler Energieversorger ausgerichtet ist. 

TENTAC deckt die energiewirtschaftlichen Kernprozesse in den Bereichen Finanzwesen, Logistik, Projektierung und Betriebsführung ebenso ab wie Billing-, Energiedaten- und Kundenmanagement-Prozesse für die relevanten Marktrollen Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und Lieferant. Ergänzend stehen Unterstützungssysteme wie Outputmanagement und Archivierung sowie verschiedene Mehrwertlösungen für digitale Services entlang der Customer Journey zur Verfügung. 

Der Ansatz geht dabei bewusst über klassische ERP-Funktionalitäten hinaus. Prozesse, Marktrollen und Services werden innerhalb einer konsistenten, integrierten Architektur zusammengeführt. Dadurch können regulatorische Anforderungen effizienter umgesetzt, Innovationszyklen verkürzt und die Komplexität gewachsener IT-Landschaften reduziert werden. 

Plattform statt Einzellösungen – Warum sich dieser Ansatz für Stadtwerke lohnt

Für viele Stadtwerke steht heute nicht die Einführung eines einzelnen neuen Systems im Vordergrund, sondern die Frage, wie sich gewachsene IT-Landschaften vereinfachen und langfristig beherrschbar gestalten lassen. 

Hier setzt der Plattformansatz an: Energiewirtschaftliche Kernprozesse, Kundenprozesse, ERP-Funktionen und ergänzende Services werden auf einer gemeinsamen technologischen Basis zusammengeführt. So lassen sich Prozesse nicht nur effizienter gestalten, sondern auch digitale Services stärker an den Anforderungen der Kundinnen und Kunden ausrichten. Standardisierte Prozesse schaffen Stabilität und Wartbarkeit, während modulare Erweiterungsmöglichkeiten eine flexible Weiterentwicklung unterstützen. 

Standardisierung ist dabei kein Selbstzweck. Sie schafft die Voraussetzung dafür, dass Plattformen langfristig skalierbar, wartbar und weiterentwickelbar bleiben. Individuelle Sonderlösungen können kurzfristig Vorteile bieten, erhöhen jedoch häufig die Komplexität und erschweren spätere Anpassungen. Plattformmodelle setzen deshalb auf ein gemeinsames Zielbild und eine kontrollierte Weiterentwicklung der Systemlandschaft. 

Durch zentral bereitgestellten Betrieb, Integration, Monitoring und Weiterentwicklung entstehen zudem Skaleneffekte, die mit individuellen Systemlandschaften nur schwer zu erreichen sind. Sie können Betriebs- und Pflegeaufwände reduzieren und damit dazu beitragen, IT-Kosten langfristig besser zu steuern. Das kann IT- und Fachbereiche entlasten und Freiräume für strategische Aufgaben und kundennahe Innovationen schaffen. 

Darüber hinaus stehen viele Stadtwerke vor der Herausforderung, immer mehr regulatorische und technologische Veränderungen mit begrenzten personellen Ressourcen umzusetzen. Gerade der Betrieb komplexer Individuallandschaften bindet dabei häufig Kapazitäten, die für Innovationen oder kundennahe Projekte fehlen. 

 

Die zentrale Frage für Stadtwerke lautet heute nicht mehr, welche Einzellösung als Nächstes eingeführt wird. Entscheidend ist vielmehr, wie eine IT-Landschaft entsteht, die auch in fünf oder zehn Jahren noch beherrschbar bleibt. Die Zukunft liegt aus unserer Sicht in integrierten Plattformmodellen

Was moderne Plattformmodelle leisten müssen

Damit Plattformstrategien ihr Potenzial entfalten können, müssen sie fachliche, technologische und organisatorische Anforderungen gleichermaßen erfüllen. TENTAC setzt dabei auf: 

  • die Integration von ERP-Funktionen und energiewirtschaftlichen Prozessen für alle relevanten Marktrollen,
  • die Nutzung der SAP Business Technology Platform (BTP) als zentrale Integrations- und Orchestrierungsplattform,
  • standardisierte Templates und branchenspezifische Best-Practice-Prozesse,
  • die Einbindung ergänzender Partnerlösungen und Mehrwert-Apps,
  • sowie die Nutzung von Skaleneffekten durch zentral bereitgestellten Betrieb und kontinuierliche Weiterentwicklung.

Die Plattform basiert vollständig auf RISE with SAP und wird auf der Infrastruktur von Amazon Web Services (AWS) betrieben. 

Eine Grundlage für die digitale Zukunft

Die Anforderungen an Stadtwerke werden auch in Zukunft weiter steigen. Regulatorische Veränderungen, neue digitale Geschäftsmodelle und steigende Erwartungen von Kunden machen eine hohe Anpassungsfähigkeit erforderlich. Gleichzeitig entstehen viele technologische Innovationen heute primär in Cloud-Ökosystemen. Das gilt insbesondere für Automatisierungs- und KI-basierte Anwendungen, die zunehmend Einzug in energiewirtschaftliche Prozesse halten. Für Stadtwerke wird daher nicht nur die Digitalisierung einzelner Abläufe entscheidend sein, sondern die Fähigkeit, neue Technologien schnell und wirtschaftlich in bestehende Prozesse zu integrieren. 

Integrierte Plattformmodelle schaffen dafür eine wichtige Grundlage: Sie reduzieren Komplexität, fördern durchgängige Prozesse und erleichtern die Integration neuer Technologien. Gleichzeitig können standardisierte Prozesse und zentral bereitgestellte Services dazu beitragen, Betriebsaufwände zu reduzieren und Ressourcen gezielter einzusetzen. So entstehen Freiräume für Innovationen und kundenzentrierte Services. 

Gemeinsam mit Partnern aus dem TENTAC-Ökosystem entwickelt INTENSE die Plattform kontinuierlich weiter. So entsteht eine moderne, cloudbasierte IT-Landschaft, die Stadtwerke bei ihrer digitalen Transformation unterstützt und gleichzeitig offen bleibt für Automatisierung, Künstliche Intelligenz und neue Geschäftsmodelle. 

Ihr Ansprechpartner

Michael Zitzmann

Partner und CRO TENTAC
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